Schönberg wandern im Frühling: Routenbericht & Schneeverhältnisse

Veröffentlicht am 24. Mai 2026 um 17:04

Aussicht Schönberg 17.Mai.2026

Am 17. Mai 2026 stand die Besteigung des Schönberg (2.104 m) bei Malbun auf dem Programm. Die Bedingungen waren typisch für den späten Frühling im Liechtensteiner Alpenraum: knöcheltiefer Altschnee in höheren Lagen, dazu leichte Wolken, die dem Gelände eine ruhige, fast monotone Atmosphäre verliehen.

Gestartet wurde am Parkplatz 2 in Malbun. Bereits kurz nach dem Aufbruch sorgte eine Begegnung mit einer Gams für den ersten alpinen Moment des Tages. Anschließend führte die Route über den Sass-Fürkle-Pass in Richtung Schönberg, einem klassischen Zugang für diese Bergtour im Fürstentum Liechtenstein.

Da ich sehr früh unterwegs war, waren weder Spuren noch Trittspuren im Schnee sichtbar. Die Orientierung erfolgte daher vollständig eigenständig, was die Tour deutlich alpiner wirken ließ als unter Sommerbedingungen.

In steileren Passagen war der Schnee bereits durch Sonneneinstrahlung aufgeweicht und teilweise stark durchfeuchtet. An mehreren exponierten Stellen kam zur Sicherheit die Eishacke zum Einsatz, um ein Abrutschen in den Hang zu vermeiden. Gerade dieser Mix aus Schnee, Matsch und unklarer Spurführung macht Frühjahrestouren in diesem Gebiet besonders anspruchsvoll.

Ein zusätzliches Detail auf der Route waren frische Wolfsspuren, die im Schnee klar erkennbar waren. Auch wenn es keinen direkten Kontakt gab, verstärkt so etwas die ursprüngliche, alpine Atmosphäre dieser Region deutlich.

Der Liechtensteiner Alpenverein (LAV) bewertet den Schönberg je nach Variante mit T2, WT2 bis T3 bzw. WS. Unter den angetroffenen Bedingungen würde ich die Tour persönlich im Bereich T3 einordnen – vor allem aufgrund der Spurlosigkeit, der Schneeverhältnisse und einzelner steiler Passagen.

Am Gipfel bot sich trotz der Wolken eine ruhige, klare Aussicht über die umliegenden Berge rund um Malbun und das Rätikon.

Auf dem Rückweg begegneten mir zwei Wanderer aus Kroatien sowie eine Familie mit einem Baby im Rucksack, was zeigt, wie unterschiedlich Bergtouren hier genutzt werden, von sportlich ambitioniert bis familienorientiert. Besonders im Frühling ist diese Mischung in Malbun keine Seltenheit.

Parallel nutzte ich den Abstieg, um mögliche Routen für kommende Touren zu sichten. Besonders der Ochsenkopf fiel mir dabei positiv ins Auge und rückt für eine zukünftige Besteigung in Kombination mit dem Gamsgrat und dem rauhen Berg definitiv in den Fokus.